Literatur:



Auf dieser Seite möchte ich mir bekannte Bücher vorstellen, die zu dem Thema Menschenaffen, einer der Gattungen
im Speziellen oder Affen allgemein erschienen sind. Bitte beachten Sie, dass ich keinen Überblick über die gesamte
Literatur -die zu diesen Themen veröffentlicht wurde- geben kann, sondern nur die Bücher aus meiner eigenen
Sammlung vorstellen möchte, welche hoffentlich mit der Zeit stetig anwachsen wird. Ich möchte ebenfalls betonen,
dass ich für die aufgeführten Bücher keine Werbung mache und sie auch nicht vertreibe bzw. verkaufe.

Ich habe mich dafür entschieden die Klappentexte teilweise mit abzubilden, da ich selbst die Bücher zum großem Teil
"blind" bestellen musste, ohne oder kaum dabei etwas über deren genauen Inhalt zu wissen. Auf Grund der Tatsache,
dass Fachliteratur zumeist sowie nicht gerade billig ist, wären ein paar Informationen über den Inhalt schon hilfreich.
Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen die Bücher etwas genauer vorzustellen.

Falls Sie das Urheberrecht an einem dieser Bücher besitzen und mit dem Erscheinen Ihres Buches auf dieser Seite
nicht einverstanden sind, wenden Sie sich bitte an mich. Ihr Buch wird dann umgehend aus dieser Liste entfernt.

Affen:

1. Steve Bloom: "Affen - Eine Hommage", Könemann Verlag, 1999

Bloom
Vorwort (Auszug): "Affen - eine Hommage" ist ein Tribut an unsere engsten genetischen Verwandten. Der berühmte Tierfotograf Steve Bloom hat eine Reihe von Aufnahmen geschaffen, die unter die Haut gehen und einen spektakulären Einblick in die Welt dieser Tiere bieten.
Autor: Steve Bloom ist ein Meister der Fotografie, dessen innovative Aufnahmen vielfach preisge- krönt wurden. Das Professional Photographer Magazine beschreibt ihn als "einen der führenden Fotografen, der Maßstäbe für die Zukunft setzt." Er wurde 1953 in Südafrika geboren und lebt seit 1977 in England.

Kommentar: Steve Bloom zeigt in diesem Bildband eindrucksvolle farbige Fotos von Schimpansen, Bonobos, Orang-Utans
(Borneo, Sumatra), Gorillas (Berggorilla, Flachland-Gorilla), Schneeaffen (Rotgesichtsmakaken) und einige Aufnahmen von
anderen Arten, wie Nasenaffen, Gibbons (Weißhandgibbon, Ungka), Paviane (Mantelpavian, Steppenpavian, Bärenpavian),
Mandrill, Lemuren (Katta), Makaken (Berberaffen), schwarzweißer Stummelaffe und Neuweltaffen (Weißstirnkapuziner,
schwarzer Klammeraffe, Goldkopflöwenäffchen, Schweinsaffe, Tamarin, Weißnasensaki, Totenkopfäffchen).
Zu den einzelnen Kapitel gibt der Autor kurze Einleitungen, die die wichtigsten Eigenschaften und Informationen über die
verschiedenen Arten schön zusammenfassen. Zusätzlich gibt Bloom in einem letzten Kapitel Auskunft darüber, wie und mit
welchen Hilfsmitteln seine hoch anspruchsvollen Aufnahmen entstanden sind. Das Vorwort  hat Jane Goodall persönlich
geschrieben. Meiner Meinung nach, gehören die Fotos in diesem Buch zu den schönsten Aufnahmen, die ich bisher gesehen
habe, besonders die einzelnen Porträtfotos und die verschiedenen Stimmungen, die einzelne Bilder einfangen, haben mich
schwer beeindruckt.

Menschenaffen:

1.  Jörg Hess: "Menschenaffen Mutter und Kind", Friedrich Reinhardt Verlag Basel, 2. Auflage 1997

Hess
Klappentext: Das Buch "Menschenaffen Mutter und Kind", dem Beobachtungen und fotografische Dokumente zugrunde liegen, die vom Autor Jörg Hess während drei Jahrzehnten im Zoologischen Garten Basel zusammengetragen wurden, gewährt in Wort und Bild Einblick in die frühe Kindheit der Menschenaffen.
Autor: Jörg Hess ist Zoologe und arbeitet als Verhaltensforscher, Fachjournalist, Fotograf und freier Mitarbeiter des Zoologischen Gartens Basel. Er beschäftigt sich seit fast dreißig Jahren mit Menschenaffen, vor allem mit der Mutter-Kind-Beziehung bei Gorillas.

Kommentar: Jörg Hess erzählt in seinem Buch von den Individuen und Ereignissen rund um die drei Menschenaffen-Familien:
Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen im Basler Zoo. Wie der Titel bereits verrät, beschreibt der Autor die Stationen des
Lebens: vom Schwanger werden bis zum Hereinwachsen eines Kindes in die Familiengemeinschaft. Alle Kapitel werden unter-
stützend durch wunderschöne, hoch qualitative schwarz-weiß Fotos illustriert. Besonders liebenswert wirken die Geschichten
einzelner Individuen, die manchmal zum Schmunzeln anregen, aber auch traurig sein können, oder einen zum Staunen bringen.
Da mich persönlich im Besonderen die Entwicklung von Menschenaffenkinder interessiert, war das Buch wie gemacht für
mich. Ich empfehle dieses Buch jedem, der mehr über das Verhalten und die Entwicklung von Menschenaffen, die in einem
Zoologischen Garten leben, erfahren möchte oder einfach nur sehr schöne, eindrucksvolle Fotos zu schätzen weiß.

2. Volker Sommer, Karl Ammann: "Die grossen Menschenaffen", BLV Verlag, 2002

Sommer
Klappentext: Menschenaffen faszinieren uns, seit wir von ihrer Existenz wissen -denn schließlich sind sie unsere nächsten Verwandten im Tierreich. Neue, spannende und überraschende Einblicke in den Affen- alltag im Regenwald gewährt dieses Buch, für das sich einer der weltbesten Naturfotografen und ein führender Primatenkenner zusammengetan haben. Sozialleben und Ökologie der Großen Menschenaffen werden ausführlich porträtiert, Verhaltensforscher schildern in Interviews ihre Arbeit, und der Kampf engagierter Naturschützer um den Erhalt der natürlichen Heimaten von Orang-Utan, Gorilla, Schimpanse und Bonobo wird eindrucksvoll vor Augen geführt.

Autor: Volker Sommer, geb. 1954 in Holzhausen am Reinhardswald, studierte Biologie, Chemie und Theologie. Er lebt seit
1996 in Cambridge (Großbritannien) und ist Professor für Anthropologie und Primatologie am University College in London.
Fotograf: Karl Ammann, geb. 1953 in Sankt Gallen (Schweiz), studierte Wirtschaftswissenschaften und war Hotelier, bevor
er zur Naturfotografie kam. Er lebt seit zeitweilig in London, seit mehr als zwanzig Jahren aber überwiegend in Kenia. Seine
Aufnahmen, die meist in den Tropen Afrikas und Asiens entstehen, erscheinen in weltbekannten Magazinen wie BBC Wildlife,
Time, National Geographics, Newsweek, Geo und Stern.   
   

Bonobos:

1. Frans de Waal, Frans Lanting: "Bonobos - Die zärtlichen Menschenaffen", Birkhäuser Verlag, 1997

Waal
Klappentext: Zwei weltbekannte Experten auf ihrem Gebiet, der Primatologe Frans de Waal und der Fotograf Frans Lanting, haben sich zusammengefunden, um dem Bonobo, diesem wunderbaren und uns so ähnlichen Menschenaffen, ein Denkmal zu setzen. Erstmalig wird einer interessierten Öffentlich- keit das Sozialleben der Bonobos ausführlich vorgestellt. Hochaktuelle Informationen und exklusive Photoessays erlauben seltene Einblicke in das Leben dieser Menschenaffen in ihrer Heimat, den entlegenen Regenwäldern Afrikas.
Autor: Frans de Waal ist Professor für Psychologie und arbeitet am Primaten-Forschungszentrum der
 
Emory- Universität Atlanta (USA). Der international renommierte Primatologe hat zahlreiche populäre Sachbücher geschrieben,
von denen "Der gute Affe" und "Wilde Diplomaten" ins Deutsche übersetzt wurden.
Fotograf: Frans Lanting ist einer der berühmtesten Naturfotografen der Welt. Er vermag auf sensible Weise mit seinen Bildern
die engen Beziehungen, die Mensch und Tier aufbauen können, darzustellen. Frans Lanting veröffentlicht seine Fotos seit
20 Jahren in der Zeitschrift "National Geographic" und in eigenen Büchern wie "Eye to Eye" und "Okawango".

Gorillas:

1. Angela Meder: "Gorillas", Springer Verlag, 1993

Meder
Klappentext: Die Regenwälder der afrikanischen Tropen sind die Heimat der Gorillas. Ihrem Leben und Verhalten gilt dieses Buch. Angela Meder hat diese größten Menschenaffen über viele Jahre beobachtet und gibt nun fesselnde Einblicke in das Alltags- und Familienleben der scheuen Tiere. Informationen über ihr Verbreitungsgebiet, ihre Ernährung und ihre Wanderungen lassen das Leben der Gorillagruppen lebendig werden, deren Lebensräume von den Menschen immer mehr eingeschränkt werden.
Autorin: Dr. A. Meder, geb. 1956, studierte Biologie in Heidelberg und promovierte dort über die Ent- wicklung junger Gorillas. Seit 1991 ehrenamtliche Mitarbeit im Verein "Berggorilla & Regenwald Direkthilfe". Zahlreiche Veröffentlichungen über das Verhalten von Gorillas und anderen Menschenaffen.

Kommentar: Für meinen Geschmack ist Angela Meders Buch ein ideales (Nachschlage-) Werk für den in der Thematik fort-
geschrittenen Leser, der sich auch für detaillierte Informationen über Gorillas interessiert. Neben der ausführlichen Behandlung
der Gorillas vergleicht Meder diese auch mit den anderen Menschenaffenarten und zeigt die Unterschiede der verschiedenen
Gorillaarten auf. Es handelt sich hier um Fachliteratur mit hohem Informationsgehalt, der sich oft in Form von Zahlen und Tabellen
ausdrückt und fast schon eher den Charakter eines wissenschaftlichen Papers als der eines Buches trifft. Obwohl natürlich auch
Abbildungen in diesem Buch vorhanden sind, handelt es sich nicht um einen Bildband, sondern eher um eine Zusammenfassung
von Fakten. Mein Fazit lautet: Informationsgehalt sehr gut und ausführlich; Lesespaß eher mäßig, da der Lesefluss durch die vielen
Zahlen und Auflistungen holprig wird.

2.  Camilla de la Bédoyère: "Briefe aus Afrika: Dian Fossey -  Mein Leben mit den Gorillas", Collection Rolf Heyne, 2005

Bedoyere
Einband (Auszug): Camilla de la Bédoyère erzählt erstmals Fosseys Geschichte anhand von Briefen an ihre Freunde und Familie. Die bisher unveröffentlichten, teils bissigen, teils selbst bemit- leidenden, oft amüsanten und immer faszinierenden Briefe zeichnen ein einzigartiges Porträt und veranschaulichen die Erfolge und Rückschläge in Fosseys Jahren bei den Tieren, die sie die "groß-
artigstens aller Menschenaffen" nannte. "Briefe aus Afrika" ist eine bewegende Erinnerung an das, wofür Fossey kämpfte. Ihre Arbeit führte nicht nur zu einem besseren Verständnis der Gorillas, sondern auch zu einem weltweiten Engagement für das Überleben der Tiere, das heute, 20 Jahre
nach Fosseys Tod, noch immer Bestand hat.
Autor: Camilla de la Bédoyère arbeitet als Journalistin und Schriftstellerin naturkundlicher Bücher. Darüber hinaus schreibt sie
regelmäßig Beiträge für Kinderbücher.
Fotograf: Bob Campbell begann 1963 seine Karriere als Fotograf. 1964 bekam er von der National Geographic Society den
Auftrag, über Richard Leakeys erste gesponserte paläontologische Expedition zu berichten und wurde 1968 zu Fosseys For-
schungsstation in den Virunga-Bergen in Ruanda geschickt. Campbell arbeitete drei Jahre an dem Auftrag, entwickelte eine
enge Beziehung zu Fossey und spielte im Gewöhnungsprozess der Gorillas eine wichtige Rolle. Campbell wirkte bei Verfilm-
ung von "Gorillas im Nebel" mit.
Kommentar: "Briefe aus Afrika" basiert, wie der Titel bereits erahnen lässt, auf original Briefen von Dian Fossey, die sie an
Kollegen, Freunde und vor allem an ihre Familie schrieb. Die Autorin ordnet diese Briefe in ihre zeitlichen Reihenfolge und
fasst sie in fünf Kapiteln als verschiedene Stationen  in Fosseys Leben zusammen. Somit lässt sie Fossey praktisch ihre eigene
Geschichte in den Jahren zwischen 1967 und 1980 erzählen. Zwischen den Briefen erläutert Bédoyère die zugehörigen Hinter-
gründe und Ereignisse im Leben von Fossey, um dem Leser eine Grundlage für das Verständnis von Fosseys Briefen zu geben.
Dabei schönt die Autorin keineswegs Fosseys zeitweise problematischen und launischen Charakter und verweist auf manchen
Widerspruch in den Erzählungen von Fossey und den Menschen, mit denen sie zu tun hatte, ohne dabei für eine Partei Stellung
zu beziehen. Den gelungenen Rahmen für die eigentliche Erzählung bilden die eindrucksvollen Fotografien von Campbell, ein
schönes Vorwort von Jane Goodall, zwei einleitende Kapitel über die historische Geschichte der Berggorillas und Fosseys
Leben vor dem Jahr 1967, sowie ihr Vermächtnis nach ihrem Tod. Diese Buch ermöglicht dem Leser einen neuen Blickwinkel
auf eine außergewöhnliche Heldin mit all ihren Ecken und Kanten, die ihr Leben mit beispielloser Leidenschaft der Erforschung
und dem Schutz der Gorillas widmete.

3. Anja und Andreas Klotz: "Berggorillas: Zu Besuch bei unseren Verwandten", Mondberge Verlag, 2010

Mondberge_Kinderbuch
Klappentext: Ein einzigartiges Kinderbuch über die faszinierenden und sympathischen Berggorillas. Es gibt nur noch ungefähr 700 von ihnen auf der ganzen Welt. Wo und wie leben die Berggorillas? Was wissen wir über diese Tiere? Wieso sind wir mit ihnen verwandt? Wie kann man sie schützen? Über 75 farbige Fotos und leicht verständliche Texte auf 52 Seiten -zum  Vorlesen und Selberlesen. Und ihr könnt selbst mitmachen: Im Buch findet ihr: einen in der Nacht leuchtenden Gorilla-Aufkleber; Ausmal-, Zauber- und Zahlenbilder; das "Wazamba"-Gorillaspiel; ein 25teiliges Puzzle und ein Berggorilla-Quiz.
Fotografen: Sigmund Göltz, Frank Hanel, Radmila Kerl, Andreas Klotz, Harald Lydorf, Michael Matschuck und Detlef Neufang. Die Fotografen gehören zu den Teilnehmer des
Mondberge-Projekts, das Mitte 2008 startete und sich zum Ziel gesetzt hat, durch die Produktion und Vermarktung
verschiedener Medienprodukte einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten. "Ziel ist es, journalistisch zu dokumentieren, eine
breite Öffentlichkeit zu informieren, zu unterhalten, aufzuklären und zu begeistern – um damit Bewusstsein zu schaffen – und
so die letzten Berggorillas schützen zu helfen!“ so der Initiator Andreas Klotz von der Medienagentur TiPP 4.
Autor: Andreas Klotz wurde 1968 geboren. Nach einer Berufsausbildung zum Schriftsetzer machte er sich mit 19 Jahren
selbstständig. Heute ist er Inhaber und Geschäftsführer der TiPP 4 GmbH. Seit über 25 Jahren ist die Naturfotografie sein
Hobby. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. 2007 hat er sein erstes Buch veröffentlicht. Die Reiseleidenschaft packte
ihn 1988 auf seiner ersten Fotosafari in Kenia. Nachdem er 2003 in Afrika den Kilimanjaro bestiegen hat, zog es ihn 2006
nach Venezuela zu den Tafelbergen. Den Wunsch, die Berggorillas zu besuchen, hatte er schon viele Jahre „im Kopf“. Aus der
ersten Idee ist nunmehr inzwischen das Mondberge-Projekt geworden.
Kommentar:
Ein sehr schönes und mit Bedacht entworfenes Buch, das sowohl Kindern als auch Erwachsenen Freude bereiten
dürfte. Der Lesespaß beginnt bereits damit, dass dieses optisch attraktiv gestaltete Buch gut in der Hand liegt. Den Autoren gelingt
es alle wichtigen und wissenswerte Fakten und Informationen über Gorillas kompakt und dabei trotzdem in kindgerechter Weise zu
vermitteln. Die Fotos sind sehr schön ausgesucht, da sie die dargebotenen Inhalte beleben. Die zusätzlich im Buch vorhandenen
Spiel- und Rätselmöglichkeiten bringen Kindern das Thema darüber hinaus spielerisch näher. Eignung in Bezug auf das Alter zum
Verständnis, Selberlesen oder lieber Vorlesen lassen, sollte individuell auf das jeweilige Kind abgestimmt werden. Der Preis geht in
Ordnung, vor allem für die Qualität des Buches (auch bezogen auf den Inhalt), ist vielleicht aber nicht für jeden Geldbeutel er-
schwinglich. Für Erwachsene und fortgeschrittene Leser sei dann natürlich auf weiterführende "Erwachsenliteratur" verwiesen.

Orang-Utans:

1. Biruté M. F. Galdikas: "Meine Orang-Utans", Bastei Lübbe, 1995

Galdikas
Klappentext: Nach zwanzig Jahren Forschung und Beobachtungen im indonesischen Dschungel läßt die außergewöhnliche Naturforscherin Biruté M. F. Galdikas den Leser hautnah an ihren Erfahrungen mit den Orang-Utans -jenen scheuen "Waldmenschen", wie sie in der Sprache der Einheimischen auf Borneo ge- nannt werden- teilhaben. Sie schildert, wie sie mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in einem primitiven Lager mitten im Regenwald lebte und den roten Riesen nachspürte, illegal gefangene Orang-Utans wieder an ein Leben in der Wildnis gewöhnte und zu ihrem Schutz den Kampf gegen Wilderer und Baumfäller auf- nahm.

Autorin:
Biruté M. F. Galdikas ist litauischer Abstammung und wurde 1946 in Deutschland geboren. Sie studierte in Kanada,
promovierte an der University of California in Anthropologie und ist heute Professorin an der Simon Fraser University und an
der Universitas Nasional in Jakarta. Sie ist Präsidentin der Orang-Utan Foundation in Los Angeles.
Kommentar: In insgesamt 21 Kapiteln beschreibt Biruté Galdikas ihren Lebensweg von ihrer Studienzeit in L.A. bis zu ihrer
Jahrzehnte andauernden Erforschung der Orang-Utans im Naturschutzgebiet Tanjung Puting auf der indonesischen Insel Borneo.
Der Leser erfährt etwas über ihre Familiengeschichte, bekommt Einblicke in ihr doch manchmal recht schwieriges Privatleben
und wird in ihre eindrucksvollen Beobachtungen und Arbeit mit und für Orang Utans eingebunden. Sie berichtet außerdem über
ihre persönlichen Begegnungen mit Dian Fossey und Jane Goodall, die die Erforschung der Gorillas bzw. der Schimpansen ge-
prägt haben. Ihre Art die Ereignisse ungeschönt zu erzählen, machen ihre Lebensgeschichte und ihre Arbeit besonders ein-
drucksvoll. In dem Buch sind einige schwarz-weiß und Farbfotos zu finden.

2. Konrad Wothe, Carsten Clemens: "Orang Utans", Tecklenborg Verlag, 1996

Clemens
Klappentext: Aus dem Indonesischen übersetzt heißt Orang Utan "Der Waldmensch". Wie trefflich diese Übersetzung ist, zeigen die außergewöhnlichen Fotos von Konrad Wothe, der das Verhalten und den Lebensraum dieser faszinierenden Menschenaffen dokumentiert. Niemals zuvor gelang einem Fotografen, diese Tiere so typisierend in Bildern festzuhalten. Das Spiel der Kinder, das Sozialverhalten innerhalb der Familie, die Mimik, all das wird beeindruckend aufgezeigt. Neben den großartigen Landschaftsaufnah- men, die das Geheimnis um den "Mythos Urwald" greifbar werden lassen, weist der informative Text von Carsten Clemens aber auch auf die Gefahren hin, die den Tieren und dem Urwald durch die Zerstörung

des Menschen drohen. Begleiten Sie den Fotografen und den Autor in die Tiefen des unwegsamen Urwaldes von Borneo zu
den friedlichen "Waldmenschen".
Autor: Carsten Clemens, Diplom-Biologe, wurde 1961 geboren und studierte an der Christian-Albrecht-Universität in Kiel. Er
wurde für sein engagiertes Auftreten im Naturschutz mit dem Sven-Simon-Preis ausgezeichnet. Clemens arbeitet als freier
Journalist.
Fotograf: Konrad Wothe, Diplom-Biologe, wurde 1952 in München geboren. Nach dem Abitur filmte er für Heinz Sielmann
und arbeitet heute als freier Naturfotograf und Tierfilmer.
Kommentar: Ein insgesamt sehr schönes Buch. Tolle farbige Fotografien wechseln sich mit Texten mit hohem Informationsgehalt
ab. Gezeigt werden nicht nur die Orang-Utans selber, sondern auch andere Bewohner des Regenwaldes, sowie die faszinierende
Fauna. Behandelt werden die Themen: Lebensraum, Legenden & Mythologie, das Wesentliche in Kürze, der Kraftprotz, geduldige
Liebe, Schlafnest, Leidensweg, kleine Hoffnung, Freude am Spiel und von den Brüdern& Schwestern auf Borneo. Biruté M. F.
Galdikas gibt das Vorwort, welches in der Originalsprache Englisch ohne deutsche Übersetzung abgedruckt ist. Einziger Kritik-
punkt an diesem Buch ist meiner Meinung nach der Preis, trotzdem halten die vorhandenen 150 Seiten einen hohen Qualitätsstandard.

3. Pia Lykke Bertelsen, Lone Dröscher Nielsen: "Vom Waldkindergarten zur Freiheit", PLB Network ApS, 2006

Lone
Klappentext: Auf der Insel Borneo leben faszinierende Geschöpfe, die uns Menschen auf viele
Weise ähneln. Sie leben in den Tiefen des Regenwaldes, wo sie einen harten Kampf um ihr Lebens- recht führen müssen. Eine Dänin ließ alles, was sie in Dänemark hatte, hinter sich und zog nach In- donesien, um den Orang-Utans bei ihrem Kampf ums Überleben zu helfen. Lone Dröscher Nielsen wurde u.a. durch Animal Planet, BBC Orangutan Diaries und Apes in Danger bekannt.
Dieses Buch ist für Kinder und Erwachsene, mit vielen Bildern aus der Welt der Affen auf Borneo. Erzählt wird die Geschichte von zwei kleinen Orang-Utans, die nach einer schicksalsschweren ersten Lebenszeit als Waisen ins Center kommen, dort aufwachsen und ihren Schulgang absolvieren.
Sie lernen täglich dazu und sind am Ende in der glücklichen Lage, selbständig in der freien Natur des Regenwaldes leben zu können.
Folgen Sie Emma und Emil auf ihrer Reise vom Waldkindergarten zur Freiheit.
Kommentar: Klein aber fein mit schönen Fotos.

4. Gerd Schuster, Willie Smits, Jay Ullal: "Die Denker des Dschungels, Der Orangutan-Report", Ullmann, 2007

Denker des Dschungels
Klappentext: Artenschutz und Klimawandel - passt das zusammen? Ja - das belegen die spekta- kulären Fakten, die die Autoren dieses Buches recherchiert  und nun zum ersten Mal veröffentlicht haben. Der Raubbau an den Regenwäldern heizt nicht nur die Erderwärmung überaus kräftig an, sondern vernichtet systematisch den Lebensraum der Orangutans. Dass jenseits aller Absichtser-
klärungen der Beteiligten dennoch kaum etwas für den Schutz der bedrohten Menschenaffen getan wird, ist die ebenso schockierende wie aufrüttelnde Botschaft dieses Buches. Diese Tatsachen-
schilderung wird eindrucksvoll dokumentiert durch noch nie veröffentlichte Fotos, die während fünf Reisen des Fotografen nach Borneo und Sumatra entstanden.

Autoren:
Gerd Schuster, 1946 in Limburg an der Lahn geboren, ist Wissenschaftsreporter beim "Stern". 1989 kam er zum
              "Stern". Sein bevorzugtes Arbeitsfeld sind investigative Reportagen und Tierstorys oder eine Verbindung beider.
              Willie Smits, Jahrgang 1957, wurde im niederländischen Beuningen geboren und ist promovierter Forstwissenschafftler.
              1980 ging er nach Indonesien, wo er 1989, eher durch Zufall, zum Orangutanschützer wurde. Zwei Jahre später gründete
              er die Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS), die mittlerweile über 15000 Orangutans gerettet hat. Er vertritt die
              Meinung, dass Orangutanschutz infolge der Klimaerwärmung praktizierter Menschenschutz ist.
Fotograf: Jay Ullal, 1933 geboren in Mangalore im indischen Bundesstaat Karnataka, begann seine lichtbildnerische Karriere als
Kameramann in Bombay und wechselte 1958 zur "Times of India". 1998 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Kommentar: Einziger Kritikpunkt ist die Unhandlichkeit des Buches beim Lesen, was jedoch die sensationellen Bilder entschädigen,
die durch das Bildbandformat richtig zur Geltung kommen. Ansonsten hält der Leser ein wirklich einmaliges Buch in seinen Händen.
Hier werden die Orangutans nicht in wissenschaftliche Formate und Beschreibungen gepresst, sondern das Leben, die Menschen,
die gesamte Tier- und Pflanzenwelt mit all ihren realen Tatsachen, Problemen und kleinen Wundern ohne romantischer Verklärtheit
in insgesamt 20 Kapiteln dargestellt. Die Berichte von Willie Smits lesen sich dabei, wie man ihn auch vom zuhören kennt, man
könnte ihm ewig fasziniert weiter zuhören und dabei stauen, weinen und lachen. Was er und seine Organisation in Borneo für die
Menschen und die Natur bereits erreicht haben ist bewundernswert und Smits wird auch nicht Müde in der Öffentlichkeit weltweit für
seine Projekte zu werben und zu kämpfen. Neben den vielen liebevollen Geschichten und schönen Bilder, wirken die schrecklichen
Fotos und Berichte noch brutaler, jedoch ging es den Autoren nicht darum eine verschönte Welt zu zeigen, sondern die manchmal
brutale Wirklichkeit, die betroffen macht und die Menschen zu eigenem verantwortlichen Handeln aufrütteln soll.

Schimpansen: 

1. Roger Fouts: "Unsere nächsten Verwandten", Limes Verlag

Fouts
Klappentext: Roger Fouts hat dreißig Jahre seines Lebens damit verbracht, Schimpansen die Gebärden- sprache beizubringen. Sein Buch handelt von der Freundschaft zwischen Mensch und Tier und berichtet von einem wissenschaftlichen Projekt, das unseren Blick auf unsere nächsten Verwandten, die Schimpan- sen für immer verändert hat. Im Gespräch zwischen Schimpansen und Menschen wird unsere biologische und seelische Nähe auf verblüffende, rührende und immer wieder auch komische Weise offenbar.
Fouts konfrontiert uns auch mit den dunklen Seiten der modernen Forschung, die ihn zu einem leiden- schaftlichen Vorkämpfer für die Rechte der Tiere werden ließ.
Autor: Roger Fouts ist Professor für Psychologie an der Central Washington University und Direktor des "Chimpanzee and
          Human Communication Institute". Er ist ein international anerkannter Experte für die Kommunikation von Primaten,
          dessen Arbeit mit Schimpansen Wissenschaftsgeschichte geschrieben hat.
Kommentar: Im Gegensatz zu den meisten veröffentlichten Büchern zum Thema Menschenaffen, die informative Texte mit vielen
Fotografien verbinden, hält der Leser bei Roger Fouts´ Buch ein Werk in den Händen, das schon eher einem Roman gleicht. Es
wird die gemeinsame Lebensgeschichte des Forschers Fouts und der Schimpansin Washoe mit all seinen Höhen und Tiefen,
Hoffnungen und Enttäuschungen, Erfolgen und Rückschlägen erzählt. Als Leser erlebt man diese tief ergreifenden Emotionen der-
art hautnah mit, dass man dieses Buch wohl kaum lesen kann, ohne dabei zu lächeln, tief betroffen und erschüttert zu sein oder
manchmal vor Wut über zu schäumen. Fouts diskutiert offen seine Sicht auf die Forschung, geht dabei auch interessanten Themen
wie dem Ursprung der Sprache oder dem Umgang mit autistischen Kindern nach und bleibt dabei durchaus selbst kritisch. Er be-
treibt keine Schwarz-Weiß-Malerei und schafft es dabei die schwierige Position eines Wissenschaftlers mit Gewissen einzunehmen,
der zwischen skrupellosen Forschern ohne Mitgefühl und naiv-radikalen Tierschützern steht. In seinem Buch erzählt er immer wieder
von der menschlichen Grausamkeit im Umgang mit Affen in Forschungslabors, die wohl keinen Leser kalt lässt. Fouts kämpft leiden-
schaftlich für bessere Lebensbedingungen gefangener Menschenaffen, den Arterhalt und die Aufhebung der menschlichen Klassifizier-
ung in eine differenzierte "Mensch" und "Nicht-Mensch" Moral. Löst man sich von der Arroganz des Menschen als Herrscher über alle
Lebewesen, so kann man endlich Anerkennen, dass Schimpansen sowohl über Empfindungen, als auch über eine Sprache und Kultur
verfügen. Jene Kriterien, die von Fouts eindeutig nachgewiesen werden können, sprechen für die Intelligenz der Tiere, die ihnen in wissen-
schaftlichen Diskussionen meist abgesprochen werden. Heutzutage kann man immer noch Artikel zu diesem Thema lesen, die auf uralten
Vorurteilen vor über 50 Jahren beruhen und die anscheinend nichts dazu gelernt haben oder wollen. Diesen Forschern möchte man Fouts´
Buch wärmsten ans Herz legen. Gerade in Fouts´ faszinierenden Schilderungen über die Gespräche zwischen Menschen und Schimpansen
wird außerdem klar, dass viele moderne Versuche zur Verhaltensbiologie auf einem völlig falschen Ansatz beruhen. So konnte Fouts´ ver-
deutlichen, dass Schimpansen in Experimenten, die auf dem üblich verwendeten Belohnung-Strafe-System basieren, weniger Motivation
zeigten und weniger Zeichen lernten, als wenn das Lernen neuer Begriffe spielerisch und kreativ erfolgte. Doch leider wird es wahr-
scheinlich noch lange dauern, bis der Mensch von seinem hohen Ross herunter steigt und die Ähnlichkeit zu seinen nächsten Verwandten
respektvoll anerkennt. Fouts ist es mit seinem Buch zu verdanken, dieses Thema auf eindrucksvolle Weise der öffentlichen Diskussion ein
Stück näher zu bringen.



Falls Sie das Urheberrecht an einem dieser Bücher besitzen und mit dem Erscheinen Ihres Buches auf dieser Seite
nicht einverstanden sind, wenden Sie sich bitte an mich. Ihr Buch wird dann umgehend aus dieser Liste entfernt.